Digital Transformation Blog

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Automotive Captive Finance Trends (Teil 2): Ankommen im 21. Jahrhundert

Wie im ersten Teil unserer Blogserie beschrieben, befindet sich das Captive Finance Ökosystem in einem grundlegendem Wandel, welcher die klassischen Autobanken vor zahlreiche Herausforderungen stellt. Neben sich verändernden Kundenerwartungen, nimmt der Wettbewerb von Start-ups zu und die digitale Präsenz der Captive Finance Unternehmen hinkt neuen und auch alten Wettbewerbern hinterher – mehr dazu in Teil 1.

Um mit den erwähnten Änderungen und den Wettbewerbern Schritt halten zu können, müssen Captives ihr Business Modell grundlegend überdenken und zukunftsfähige Lösungsansätze entwickeln.

 

Captives stehen vor der Frage: personalisieren oder standardisieren?

Captives müssen die richtige Balance zwischen Personalisierung und Standardisierung finden. Ein personalisiertes Angebot erhöht zwar die Qualität des Kundenerlebnisses, es bringt aber z.B. durch neue Systemanforderungen neue Kostentreiber mit sich. Standardisierung bietet eine klassische Möglichkeit diese Kosten zu senken. Um die wichtigsten Wünsche der Kunden zu erfüllen und gleichzeitig nicht in eine Kostenfalle zu treten, könnte ein Lösungsansatz in der Kombination eines detaillierten „Produkt-Werkzeugkastens“ und einer granularen Segmentierung liegen. Hier könnten Elemente zentral vorgegeben werden aus denen Produkte nach individuellem Kundenbedarf lokal zusammengestellt werden können.

Die Unternehmenskultur muss kompatibel für Digitalisierung sein

Bei Digitalisierungsmaßnahmen ist die Veränderung der Unternehmenskultur und ein übergreifendes Verständnis von Digitalisierung ein wiederkehrendes Hindernis (siehe The Digital Culture Challenge-Studie). Auch Captives können sich hiervon nicht frei machen. Die Captive Finance Studie spiegelt wieder, dass der Wille zur Digitalisierung aktuell hauptsächlich in den obersten Führungsebenen präsent ist, während die mittleren Führungsebenen weiterhin skeptisch sind. Diese Einstellung zu ändern muss eine der obersten Prioritäten für Captives sein. Neben der Kultur werden in der Studie unzureichende IT-Systeme, sowie die fehlenden digitalen Fähigkeiten als größte Hürden genannt. Im Vergleich zum Kulturwandel, der viel Feingefühl benötigt, können diese Probleme wesentlich leichter, durch entsprechende Investments gelöst werden.

Potenzial in Big Data kann uns muss strategisch genutzt werden

Um sich den erwähnten Herausforderungen zu stellen, fokussieren sich Captive Finance Unternehmen auf drei wesentliche Bereiche:

  1. Big Data und Personalisierung: Datensammlung und -auswertung um Kunden ein besonders angepasstes und gutes Erlebnis bieten zu können
  2. End-to-end Prozess Automatisierung: Übergreifende Digitalisierung des Kaufprozesses
  3. Online Kanäle: Die Stärkung von online Vertriebskanälen und das Ermöglichen der Kunden selber auf Produkte zugreifen und eigene Daten pflegen zu können

Diese drei Bereiche werden dominante Aspekte in den Strategien von Captives sein. Big Data nimmt hier eine zentrale Rolle ein, da es die Grundlage für personalisierte Produkte und Kundenerfahrungen in neuen Kanälen bietet. Zur Zeit ist die Datengrundlage bei den Automobilbanken fragmentiert, inkonsistent und fehlerhaft. Daher können und werden Daten nicht ausreichend genutzt. Um von dem aktuellen Stand ins 21. Jahrhundert zu gelangen, benötigen Captives eine Big Data Strategie. Die Notwendigkeit ist bereits erkannt, sodass heute bereits 92% der Befragten diese Aufbessern wollen, um das verborgene Potenzial der Daten auszunutzen. Wie in der untenstehenden Grafik zu sehen, fokussiert die Zielsetzung dieser Maßnahmen klar auf die Kern-KPIs der Captives: Topline-Growth und Loyalty. 

Die wichtigsten Unternehmensziele mit Big Data

 

Der Wandel bringt viele Herausforderungen mit sich und die Automobilbanken wappnen sich für die Zukunft. Unternehmen können sich auf spannende Jahre in der Industrie einstellen. Viele heute noch offene Fragen können bald beantwortet werden. Bereits in unserer nächsten Studie (kommendes Jahr) werden wir eine deutliche Bewegung in dem Bild feststellen können.

Mehr Informationen zu aktuellen Captive Finance Trends gibt es in der Captive Finance Studie von Capgemini Consulting.

Über den Autor

Benjamin Berényi
Benjamin Berényi
Benjamin Berényi ist Consultant im Bereich Digital Service Innovation mit Fokus auf Financial Services. Er hat großes Interesse an neuen, innovativen Business-Modellen, vor allem im FinTech-Bereich und unterstützt die Digitale Transformation von Finanzdienstleistern.

Benjamin Berényi is Consultant in Digital Service Innovation with a focus on financial services. His main areas of interest are new and innovative business models especially in the area of FinTech. He supports financial service companies in their digital transformation.

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