Digital Transformation Blog

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So gelingt OEMs die Differenzierung im Connected Car

Die digitale Revolution der Automobilindustrie wird maßgeblich von der Vernetzung des Fahrzeuges bestimmt. Aktuelle Konnektivitätsdienste der Premium- und Volumenhersteller ermöglichen bereits Konsumenten auf Abruf Zugang zu Diensten, die das Fahrerlebnis steigern und sicherer gestalten. Was bislang jedoch noch als Differenzierungsmerkmal der OEMs galt, setzen Konsumenten mittlerweile als Standard voraus. Dies geht aus der aktuellen Cars Online 2017 mit über 8.000 Befragten hervor: 36% planen ihr nächstes Fahrzeug mit Konnektivitätsdiensten auszustatten. Um wieder eine kundenzentrierte Differenzierung für Konnektivitätsdienste herzustellen, sehe ich drei wesentliche Herausforderungen für Automobilhersteller:

  • Wie schaffen Automobilhersteller die hinreichenden technologischen und organisatorischen Weichenstellungen, um sich auf die kürzeren Innovationszyklen des Software-Marktes einzustellen?
  • Was müssen Automobilhersteller tun, um Datensicherheit zu gewährleisten und das Vertrauen ihrer Kunden zu sichern?
  • Wie könnte eine nachfrageorientierte und wertgenerierende Kommerzialisierung aussehen, die das Fahrerlebnis in den Mittelpunkt stellt?
     

Daten sammeln und lesen lernen durch vertikale Integration

Die neuen vernetzten Fahrzeuge sind zweifelsohne das Resultat ingenieurstechnischer Meisterleistungen. Doch auch das smarteste Vehikel ist noch immer darauf beschränkt, für alle Nutzer die gleichen Operationen auszuführen. Um das vernetzte Fahrzeug in dem Sinne smarter herzustellen, müssen OEMs ihre Innovationszyklen öffnen, agile Projektumfelder schaffen und ihre Kompetenzen in Software und Hardware ausbauen. Dabei sollten sie auf vertikale Integration setzen und branchenübergreifend mit Technologiefirmen kooperieren. Beispiele hierfür sind Boschs Investition in AdasWorks für Big-Data-Verarbeitung oder Volvos Beteiligung in Peloton für Smart Sensors. In beiden Fällen stellt die vertikale Integration dieser Kompetenzen einen strategischen Nutzen für OEMs dar, der ihnen in Zukunft eine längerfristige Differenzierung am Markt für Konnektivitätsdienste schaffen könnte.

Sicherheit im Datenverkehr ist entscheidend für Kunden

Datensicherheit ist ein kritischer Erfolgsfaktor des vernetzten Fahrzeuges. Nicht nur das Fahrzeug und dessen Konnektivitätsdienste müssen vor Hackerangriffen geschützt, sondern auch das Vertrauen der Kunden gesichert werden. So geben 68% der Cars Online Befragten an, dass Datensicherheit ein Hauptfaktor für die Nutzung von Konnektivitätsdiensten ist.

Die Vorsicht der Konsumenten ist meiner Meinung nach gerechtfertigt: Das komplexe Datennetzwerk besteht nicht mehr nur aus Fahrzeugtelemetrie-Daten, sondern öffnet sich vermehrt gegenüber dem weltweiten Web an Serviceprovidern, wie z.B. Bezahldiensten oder Versicherungsanbietern. Da das Fahrzeug den Datenknotenpunkt im Netzwerk darstellt, sollten OEMs die Gesamtverantwortung für Datensicherheit tragen. Neben einer Sicherungssoftware ist besonders ein allumfassendes Testmanagementsystem essentiell. Letzteres muss geeignete Methoden umfassen, um z.B. Diskrepanzen in den Innovationszyklen von Software-Drittanbietern zu berücksichtigen. Nur so hat das vernetzte Fahrzeug Aussicht auf einen kommerziellen Erfolg.

Ein nahtloser Zugang zu Konnektivitätsdiensten sichert deren Nutzung

Ob vernetztes oder autonomes Fahrzeug, das Automobil der Zukunft etabliert sich zunehmend als Nexus unseres alltäglichen Medienkonsums. Vor dem Hintergrund des damit verbundenen Absatzpotentials von Konnektivitätsdiensten sehen sich OEMs vor der Herausforderung, diese zu monetarisieren. Damit folgen sie einer ähnlichen Entwicklung wie Telekommunikationsfirmen: Sie werden zu einem Absatzkanal der (Mobilitäts-)Dienste der Apples und Googles, durch deren Inhalte direkt jedoch meist kein Umsatz generiert wird. Stattdessen sollten OEMs ihren „Vorsprung durch Technik“ nutzen und ihren Innovationsfokus auf das Fahrererlebnis, der „Freude am Fahren“ richten. Damit dies gelingt, müssen OEMs ihren Kunden einen nahtlosen Zugang zu eben jenen Mobilitätsdiensten Dritter ermöglichen. Dies würde die Attraktivität ihrer eigenen modularen Plattform an Konnektivitätsdiensten steigern und verhindern, dass 57% unserer Studienteilnehmer die Automarke wechseln, wenn die Apples und Googles Autos verkaufen würden.

Durch vertikale Integration, eine vollumfängliche Datensicherheitsstrategie, wie auch einen kooperativen Ansatz in der Bereitstellung von Konnektivitätsdiensten Dritter wird es den Automobilherstellern wieder gelingen, eine Differenzierung zu erreichen und dem Kunden „Das Beste oder nichts“ anzubieten.

Über den Autor

Maximilian Hansen
Maximilian Hansen
Maximilian Hansen ist Consultant im Bereich Digital Customer Experience. Sein Schwerpunkt liegt in der Gestaltung digitaler Kundeninteraktionspunkte entlang des Kundenlebenszyklus. Aktuell bereitet er mit seinen Kunden den Marktrollout einer Payment-Plattform für Konnektivitätsdienste vor.

Maximilian Hansen is consultant in the area of Digital Customer Experience. His main emphasis lies within the conceptualization of digital customer interaction points along the customer lifecycle. Currently, he prepares the global rollout of a payment platform for connected car services.

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