Digital Transformation Blog

Digital Transformation Blog

Opinions expressed on this blog reflect the writer’s views and not the position of the Capgemini Group

Wie lassen sich Minimum Viable Products von Produktinnovationen erfolgreich testen?

Kategorie: Digital Strategy

Methodiken zum Testen des Minimum Viable Products für effektive Innovationsinvestitionen

Im zweiten Teil unserer Reihe zum Thema „Minimum Viable Product“ möchten wir an den vorherigen Artikel anknüpfen und einzelne methodische Vorgehensweisen zum Test von Konsumentenbedürfnissen für Produktinnovationen vorstellen. Bereits im ersten Artikel haben wir die Signifikanz des frühzeitigen Testens eines nur mit den notwendigsten Funktionen ausgestatteten Produkts (MVP) zur Abschätzung der Kundenresonanz unterstrichen.

Der Kerngedanke der Theorie ist simpel - die Umsetzung allerdings sehr komplex. Grund dafür ist die Identifikation geeigneter Methoden zum Test der einzelne Funktionen des MVPs. Grundsätzlich gilt es durch das Testen zu klären, ob ein initial definiertes Kundenproblem ausreichend gelöst wurde, um fortzufahren. Der Staubsaugerhersteller Dyson hat mithilfe von 5.000 Prototypen über 15 Jahre zu seinem fertigen Produkt gefunden. Hierbei wurde nicht immer von Grund auf ein neuer Prototyp gebaut, sondern entsprechende Veränderungen vorgenommen, die ein spezielles Problem adressiert haben.

Zur Veranschaulichung möchten wir Ihnen zwei etablierte Test-Methoden vorstellen, die auch Capgemini Consulting zum Test von MVPs in vorhergegangen Projekten verwendet hat.

A/B-Tests ermöglichen direkte Kundenresonanz für Modifikationen am MVP

Gerade für quantitative Tests von Modifikationen am Produkt bietet sich der sogenannte A-B-Test an. Eine Testmethode zur Gegenüberstellung von zwei Versionen, mit der vor allem Modifikationen und Produkterweiterungen getestet werden. Hierbei werden mit quantitativen Analyseverfahren das Verhalten von Kunden auf bestimmte Veränderungen aufgezeichnet und ausgewertet.

Das Anwendungsgebiet des A/B-Test ist vielseitig – doch in erster Linie wird er im eCommerce-Kontext benutzt. Basierend auf dieser Methode kann z.B. die optimale Platzierung eines Buttons oder Produkts, gemessen an der relativen Häufigkeit der Klicks, bestimmt werden. Der amerikanische Onlineübernachtungsdienst Airbnb hat beispielsweise ein hauseigenes Framework entwickelt, um ebenjene A/B-Tests schnell und einfach durchführen zu können.

Illustration am Beispiel der Conversion Rate

‚Customer Problem Presentation‘ evaluiert aufgestellte Hypothesen zum MVP

Eine weitere Methode zum Testen von Hypothesen ist die sogenannte Customer Problem Presentation. Bei dieser Methode werden potentielle Kunden mit Informationen zur Verwendungsweise und dem Problemlösungsansatz eines Produkts konfrontiert. In Form eines Interviews werden jene Ansätze angesprochen und Kundenmeinungen eingeholt. Auf diese Weise können wertvolle Informationen gewonnen, Hypothesen korrigiert und gegebenenfalls das Produkt den Konsumentenwünschen entsprechend ausgerichtet werden.

Innovationscentren bilden die optimale Umgebung zum Testen von MVPs

Theorie und Methoden -  nur ein Zusammenspiel dieser Komponenten ermöglicht eine entsprechende Umsetzung der theoretischen Vorgehensweise. Daher gilt für Start-Ups, aber auch etablierte Organisationen, Kundenreaktionen frühzeitig einzufangen und in den Entwicklungszyklus zu integrieren. Viele Unternehmen haben die Wichtigkeit für Ihr Unternehmen erkannt und liefern die passende Umgebung in dedizierten Innovationszentren, wie jüngst eine von Capgemini Consulting initiierte Studie gezeigt hat.

Mit welchen Herausforderungen etablierte Organisationen konfrontiert sind, werden wir in unserer finalen Ausgabe der dreiteiligen Reihe „Minimum Viable Product – die Zukunft der Produktentwicklung“ beleuchten.

„Der Beitrag entstand auf Basis der Recherche meines Kollegen Felix Bischopink, Digital Strategy Consultant bei Capgemini Consulting“

Über den Autor

Olivier Hervé
Olivier Hervé
Olivier Hervé leitet das Strategy & Innovation Team bei Capgemini Consulting.

Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem * gekennzeichnet.