Digital Transformation Blog

Digital Transformation Blog

Opinions expressed on this blog reflect the writer’s views and not the position of the Capgemini Group

Consumer Insights: Wie sich Konsumgüterunternehmen fit machen für den Wettbewerb

Auch in der Konsumgüterbranche ändern sich die Spielregeln durch die Digital Transformation. Das Wachstum des Onlinehandels und der Aufstieg von Start-ups und Eigenmarken sind nur ein paar der Entwicklungen, die der Branche ein neues Antlitz verleihen. Groß von sich reden machen gerade Consumer Insights (CI). Durch sie gelangen Konsumgüterunternehmen nun an Informationen, die es ermöglichen den Konsumenten und sein Verhalten transparent zu machen. Der Handel hatte diese Einblicke bisher für sich gebunkert, aber das klassische B2B2C-Modell hat ausgedient. Immer mehr Start-ups betreten über ein Digital-First-Konzept den Markt und schaffen es über digitale Verkaufsplattformen komplett am stationären Handel vorbei den Einstieg zu finden.

Einer ihrer wesentlichen Schlüssel zum Erfolg ist dabei die sehr gezielte Analyse von Meinungen und Verbraucherverhalten über die Sozialen Medien. Procter&Gamble beispielsweise, die Nummer 1 in puncto traditionelle Werbung für Konsumgüter, hat die Zeichen der Zeit verstanden. Hier gilt nun Digital-First. P&G verschiebt jetzt nicht einfach nur die Werbespots vom TV auf YouTube, sondern analysiert die Konsumenten konsequent und über alle Kanäle. Damit befindet sich das Unternehmen auf dem richtigen Weg. Die Grundlagen liefern Consumer Insights. Damit sich Konsumgüterunternehmen langfristig erfolgreich im Gefecht an den zwei Fronten – Handel auf der einen Seite, Start-ups auf der anderen – behaupten können, müssen sie Consumer Insights zu ihrem Steckenpferd machen. Aber trotz ihrer hohen Bedeutung sind CI kein Selbstläufer. Laut einer aktuellen Studie von Capgemini Consulting sieht ein Drittel der befragten Konsumgüterunternehmen keinen Erfolg. Woran liegt das? Wo liegen die Herausforderungen und was sind mögliche Lösungsansätze.

1.    Ohne Investment kann es keine erfolgreichen Projekte geben

Häufig scheitern Consumer Insights Vorhaben schlicht und ergreifend an der Investitionsbereitschaft. Hier hilft es, die Transformation stufenweise anzugehen. So lässt sich mit einem überschaubaren Investment rasch ein nachweisbarer Nutzen von Analytics erbringen, um Folgeinvestments einzufordern. Nach drei Monaten sollte ein erstes Erfolgserlebnis stehen, also, dass die Erkenntnis der Analyse in der Praxis umgesetzt ist. In den folgenden Stufen sollten die Consumer Insights Aktivitäten skaliert werden. Das bedeutet: es gilt neue analytische Fähigkeiten aufzubauen, weitere Datenquellen anzubinden, das CI Team zu vergrößern, weitere Fachbereiche und Geschäftsprozesse zu involvieren.

2.    Das Management muss mitmachen

Wenig erfolgsversprechend sind und bleiben CI-Projekte, wenn sie keine strategische Priorität genießen und seitens des Top-Managements kein Interesse daran besteht, Maßnahmen zu initiieren ihre Erfolge zu tracken. Vorschlagen möchte ich Hothouse – ein Ansatz, der Agilität, Innovation und Lean kombiniert. In einem intensiven 3-Tages-Workshop kommen Entscheider und Produktentwicklungs-Teams zusammen und lösen in einer Reihe von vier iterativen Sprints gemeinsam fachliche Kernprobleme. Auf diese Weise wird die Entscheidungsfindung erheblich beschleunigt und die Abstimmung mit allen Beteiligten erzwungen. Die Produktentwicklungs-Teams erarbeiten in kurzen, kreativen Sprints ihre Lösungsansätze. Diese werden visualisiert als Mockups, kleine Prototypen oder aber irgendwie greifbare Artefakte. In den folgenden Design-Reviews erhalten die Teams prompte Rückmeldung von den Entscheidern bzw. Auftraggebern. Am Ende des Workshops steht dann eine solide Grundlage für die anstehende Umsetzung der Lösung. Die wichtigen Prioritäten sind gesetzt, Entscheidungen gefällt, Lösungsansätze genehmigt bzw. abgelehnt und Grobschätzungen erstellt.

3.    IT und Fachbereich können nur gemeinsam siegen

Das Zusammenarbeitsmodell zwischen den CI-Analysten und dem Fachbereich ist häufig noch nicht erfolgreich etabliert. Insbesondere fehlt die Unterstützung durch den Fachbereich bei der Nutzung der Erkenntnisse. In diesem Fall sollten Unternehmen eine für sie passende, aktionsfähige Organisation finden, die Consumer Insights erarbeitet und dann auch konsequent im Geschäft nutzt. Wichtig ist, sich dabei der erforderlichen Rollen und Verantwortlichkeiten bewusst zu werden. Solche interdisziplinären Teams werden aus Data Scientists, IT und Fachbereich gebildet. Häufig verfügen Unternehmen nicht über die erforderlichen Data-Science-Erfahrungen. Dann können externe Berater, Crowd-Sourcing-Anbieter oder bei gängigen Analytics Anwendungsfällen auch fertige Analytics-Anwendungen helfen. Self-Service-Werkzeuge für Data Preparation und Analytics unterstützen auf intuitive Weise das CI-Team und lindern mangelnde Erfahrung.

4.    Operationalisierung ist für viele ein Stolperstein

Bei vielen Unternehmen liegt die Herausforderung in der Operationalisierung der Consumer-Insights-Prozesse. Häufig dauert es zu lange bis in der Analyse neu gefundene Erkenntnisse ins Geschäft einfließen. Für mehr Informationen möchte ich an dieser Stelle auf den entsprechenden Artikel im IT-Trends-Blog verweisen.

Wie sind ihre Erfahrung in der Durchführung und Umsetzung von Big-Data-Analysen?

Über den Autor

Rüdiger Eberlein
Rüdiger Eberlein

Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem * gekennzeichnet.