Digital Transformation Blog

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Uber yourself before you get kodak‘ed

Galt es vor einem Jahr noch die Bedeutung der Digital Transformation zu erklären, so ist sie heute zum Gemeingut geworden: „Uber yourself before you get kodak´ed“ wird zum neuen Leitmotiv. Lange fiel es gerade der seit 2010 erfolgsverwöhnten Automobilindustrie schwer, zu verstehen und zu akzeptieren, dass sie von datenbasierten Geschäftsmodellen bedroht werden könnte. Die Erfolge der bekannten kalifornischen Unternehmen bewirken ein erstes Umdenken: die Digitalisierung führt zu einem Umbruch in der Automobil- und Zulieferindustrie.

Neue Player bringen sich in Stellung, innovative Konzepte von Uber und TrueCar bis Local Motors sind sichtbar. Manche von ihnen erhalten bereits jetzt höhere Kapitalmarktbewertungen als Weltmarktführer. Heißt es, dass perfekt gebaute Fahrzeuge keine Rolle mehr spielen und nur noch Mobilitätskonzepte relevant sind? Aus meiner Sicht nicht Die letzten Monate haben auch gezeigt, dass manche Neuankömmlinge im Automobilmarkt die Komplexität des Fahrzeugbaus und eines erfolgreichen Vertriebs unterschätzt haben. Es ist kein Zufall, dass sich mancher Launch um längere Zeit verschiebt und dass europäische Produktionsexperten ins Silicon Valley gerufen werden. Die Entwicklung neuer Fahrzeuge benötigt auch dort mehrere Jahre und erfolgt nicht über Nacht.

Zeit zum Ausruhen gibt es allerdings nicht. Der vom österreichischen Nationalökonomen Josef Schumpeter postulierte „Prozess der schöpferischen Zerstörung“ ist auf sichtbare Weise in Gang. Auslöser für die schöpferische Zerstörung sind Innovationen, die von Unternehmern auf Grundlage jeweils bestehender Möglichkeiten vorangetrieben werden, um sich auf dem Markt durchzusetzen. Wer die Entwicklung ignoriert, kleinredet oder mit Selbstgefälligkeit begegnet, wird die Kraft der digitalen Veränderung zu spüren bekommen. Vertreter der Foto-, Musik-und Medienindustrie können genauso darüber berichten, wie Bankenmanager. Digitalisierung in der Form von Sensortechnik, Blockchain oder Machine Learning wälzt aktuellBranchen um. Neue Technologien befeuern die Veränderung von Kundenwünschen und sind Grundlage neuer Geschäftsmodelle, die zum Eintritt weiterer Marktteilnehmer führen.

Wie eng die Veränderung mit Technologie einhergeht, wird deutlich, wenn man die fünf wesentlichen automobilrelevanten Trends betrachtet:
 

  • Elektrifizierung und Hybridisierung des Fahrzeugantriebs: CO2 und NOx Emissionen werden weiter reduziert werden.
  • Das vernetzte Fahrzeug, um Sicherheit und Komfort zu erhöhen. Voraussetzung sind Daten und deren schnelle Aufbereitung u.a. über High-Speed Telekommunikationsnetze.
  • Autonomes Fahren bis hin zur Stufe 5, dem vollautomatisieren und autonomen Fahrzeug. Hier ist momentan der Wettkampf zwischen Internetgiganten und Automobilherstellern am deutlichsten sichtbar: es geht u.a. um die Nutzung der Zeit, die der vom Fahren befreite Nutzer zusätzlich zur Verfügung haben wird.
  • Neue Mobilitätskonzepte, in denen das Automobil nur eine Option ist.
  • Damit verbunden der gesellschaftliche Trend zur Sharing Economy, die auch das datengestützte Teilen von Fahrzeugen weiter vorantreiben wird.
     

Die Trends zeigen auch dass die Begrenzung auf Prozessoptimierung mittels digitaler Technologien zu kurz greift. Es geht maßgeblich um neue Geschäfts- und Erlösmodelle, die signifikant auf IT basieren und Technologie- wie Analytics-Kompetenz als Grundvoraussetzung haben. Auch die Art des Arbeitens wird sich ändern: Ergebnisse werden immer stärker aus interdisziplinären Teams kommen und deutlicher schneller mittels agil-iterativer Methoden erarbeitet werden. Prototypen statt Powerpoint ist zum Credo geworden und verdeutlicht, dass es auf dem Weg zur Lösung auch um ausprobieren, abstimmen und weiterentwickeln geht.

Das Bewusstsein über die elementare Rolle von Technologien und IT ist deutlich zu spüren. Und damit auch die Klarheit über die notwendige Transformation klassischer IT Funktionen und ihrer sehr engen Verzahnung mit den verantwortlichen „Business Functions. Wie sehen Sie die spannenden Entwicklungen für die Automobilindustrie?

Über den Autor

Rainer Mehl
Rainer Mehl
Als Senior Vice President leitet Rainer Mehl die Digital Operations Unit für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Sein persönlicher Branchen-Schwerpunkt liegt dabei auf der Beratung von Kunden aus der Automobilindustrie.

In his position as Senior Vice President, Rainer Mehl leads the Digital Operations Unit for Germany, Austria and Switzerland. His personal focus lies in consulting clients from the automotive industry.

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