Digital Transformation Blog

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Inkubatoren und Akzeleratoren als Innovationskatalysatoren in etablierten Unternehmen - Corporate Innovation Centers

Bisher haben wir in unserer  Reihe zum Thema „Minimum Viable Product“  die Beweggründe und die effiziente Umsetzung  des Lean Start-up Gedankens genauer unter die Lupe genommen. Nun gehen wir einen Schritt weiter. Wir stellen uns die Frage wie wir einer etablierten Enterprise-Umgebung den Lean Start-up Gedanken einhauchen und welche Herausforderungen damit verbunden sind. 

Dass Start-ups mit neuen Ideen und Produkten frischen Wind in den Markt bringen und damit selbst etablierten Branchenriesen etwas vormachen, steht außer Zweifel. Dafür sprechen jüngste Unternehmensakquisitionen und die von ehemaligen Start-ups angeführte Spitze der Fortune 500. Wir haben bereits beleuchtet, dass der Lean Start-up Gedanke bei der Produktentwicklung eines „Minimum Viable Product“ (MVP) zu großem Erfolg führt. Dennoch wird die Methodik bisher nur von einigen wenigen Unternehmen genutzt. Dies beruht meist auf einer konservativen Wahrnehmung des Chancen-Risiko-Verhältnisses und eingeschliffener, seit Jahrzenten vorherrschenden Denkweisen.

Der Lean Start-Up Prozess: Risikominimierung in der laufenden Produktentwicklung 

Dass hier ein Umdenken schlichtweg erforderlich ist, beschreibt der ehemalige Vorstandsvorsitzende von BMW - Dr. Eberhard von Kuenheim - treffend: „Wettbewerb ist mehr und mehr eine Frage richtiger Beherrschbarkeit von Zeit. Nicht die Großen fressen die Kleinen, sondern die Schnellen überholen die Langsamen“. Denn wie Capgemini Consulting jüngst in einer Studienreihe zu Innovationszentren aufzeigt, sind nahezu alle Unternehmen getrieben durch zunehmenden Wettbewerbsdruck und verkürzte Produktzyklen. Dabei können große Unternehmen von den Prinzipien und Entwicklungsschritten des Lean Start-up Prozesses profitieren, um nicht nur schneller am Markt und den Kunden zu sein, sondern auch den Anteil an Fehlinvestitionen zu reduzieren und Konkurrenten schließlich souverän einen Schritt voraus zu sein. Denn anders als vermutet, bringt die Lean Start-up Methodik kein gesteigertes Risiko mit sich, sondern macht – ganz im Gegenteil – das Risiko beherrschbar. Mit der frühestmöglichen Einbindung des Kunden können Absatzpotenziale besser und frühzeitiger abgeschätzt werden. Fehlinvestitionen werden so früher erkannt oder sogar vermieden. Mehr noch wird durch die Probe aufs Exempel Feedback früh und iterativ durch wertstiftende Maßnahmen in die laufende Produktentwicklung mit einbezogen. Das spart nicht nur Zeit sondern vermeidet auch übermäßige Entwicklungskosten.

Aber wie können große Organisationen einen unternehmensweiten Bewusstseinswandel sicherstellen und die bisherige Produktentwicklung nachhaltig verändern?

Es gilt, bestehende Strukturen zu reorganisieren und sich den durch verkürzte Produktlebenszyklen bedingten Herausforderungen entsprechend anzupassen. Hierzu sollte die iterative Konzeptionierung und Entwicklung von Produkten, sowie das kontinuierliche Einholen von Kundenfeedback, als zentraler Leitgedanke im Unternehmen etabliert werden.

Corporate Innovation Centers

Dies zieht in der Regel grundlegende Veränderungen nach sich, die entweder erst nach einer langen Zeitspanne ihre Wirkung erzielen oder aufgrund des Widerstands von Unternehmensführung und Mitarbeitern abebben. Damit diese Herausforderungen nicht zum Stolperstein auf dem Weg zur erfolgreichen Umsetzung des Lean Start-up Gedanken werden, haben sich externe Innovationszentren als sinnvolle Alternative etabliert. Denn auf der grünen Wiese lässt sich dieser Schritt viel schneller umsetzen. Hier haben sich Inkubatoren und Akzeleratoren-Programme als ein geeignetes Mittel zur Förderung und Umsetzung von Innovationen und der Anreicherung von Ideen in Unternehmen erwiesen. Capgemini Consulting hat sich in einer dreiteiligen Studienreihe ausführlich mit dem immer stärker auftretenden Trend der Corporate Innovation Centers auseinandergesetzt. Nach zwei global angesetzten Studien unter dem Titel „Wie Unternehmen Ihre Innovationskraft stärken“ und „ Der Aufstieg digitale Dynastien wurde kürzlich der dritte Teil der Reihe fertiggestellt, welcher sich explizit mit der deutschen Corporate Innovation Center Landschaft auseinandersetzt und wertvolle Einblicke zu Vorteilen, Herausforderungen und kritischen Erfolgsfaktoren gewährt.

Praxisbeispiele für die Umsetzung  solcher Programme mit einem Fokus auf Motivation und Design untermauern darüber hinaus, wie Corporate Innovation Center zur Entwicklung innovativer Produkte, Dienstleistungen und neuer Geschäftsmodelle zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit beitragen können. Zur weiteren Beleuchtung und Erläuterung der identifizierten Vorzüge und Herausforderungen möchten wir an dieser Stelle auf unsere Studie  verweisen. Um nicht zu viel vorwegzunehmen: mit Hilfe integrierter Innovationsprogramme können Organisationen dem Wettbewerbsdruck langfristig Stand halten, und beständig wachsen. Zahlreiche Programme zeigen eindrucksvoll, dass angewandte Lean Start-up und MVP Methoden in den Innovationszentren zu erfolgreichen Innovationen in den Mutterkonzernen verholfen haben.

Nachdem wir im ersten und zweiten Artikel unserer dreiteiligen Reihe „Minimum Viable Product – die Zukunft der Produktentwicklung“ zunächst auf den Hintergrund und die effiziente Praxisanwendung konzentriert haben, zeigt sich nun: die MVP Methodik ist wegweisend für die zukünftige Produktentwicklung. Darüber hinaus besteht schlicht die Notwendigkeit diese auch über Start-ups hinweg bei etablierten Organisationen zu nutzen. Die erfolgserprobte Methodik wird als Grundstein zukünftiger erfolgreicher Produktentwicklungsprozesse dienen.

Daher sollten auch Sie den ersten Stein bei Ihrem Unternehmen legen und auf die Zukunft bauen.

Über den Autor

Olivier Hervé
Olivier Hervé
Olivier Hervé leitet das Strategy & Innovation Team bei Capgemini Consulting.

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