Digital Transformation Blog

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Das Geheimnis einer erfolgreichen Digital Transformation – Warum Führung, Befähigung und Kultur den Unterschied machen

Im zweiten Quartal 2016 hatte Facebook monatlich rund 1,7 Milliarden aktive Nutzer und belegte damit den ersten Platz unter den weltweit größten sozialen Netzwerken und Messengerdiensten. Wurden im Jahr 2010 noch 300 Millionen Smartphones ausgeliefert, sollen es bis 2020 rund 1,76 Milliarden sein. Diese Zahlen verdeutlichen wie neue Technologien unsere Gesellschaft und somit auch unsere Wirtschaft beeinflussen. Eine Capgemini Studie in Kooperation mit dem MIT – Massachusetts Institute of Technology - zeigt auf, dass digitale Vorreiter ihre Wettbewerber in Umsatzgenerierung, Profitabilität sowie Marktwert übertreffen. Jedoch machen digitale Vorreiter nur ca. 7 Prozent aller weltweit agierenden Organisationen aus. Bis vor einigen Jahren gab es kaum Studien darüber, wie die restlichen, nicht Technologie  basierten Unternehmen (93 Prozent), die Herausforderungen des digitalen Zeitalters meistern und sich die Digitalisierung zu Nutze machen. Daher gewinnt die Frage wie man die Digital Transformation erfolgreich gestalten kann zunehmend an Bedeutung. Unternehmen können diese Transformation mit digitalen Fähigkeiten aus drei unterschiedlichen Perspektiven heraus vorantreiben: 1) über die Umgestaltung der Kundenansprache, 2) die Optimierung des operativen Geschäfts oder 3) die Neugestaltung des Geschäftsmodells.

Wichtige Transformationsfähigkeiten im Rahmen der Digitalisierung

Die Erfahrung zeigt jedoch, dass zu einer erfolgreichen Digital Transformation mehr gehört, als nur in die digitalen Fähigkeiten zu investieren. Ein digitaler Wandel muss im Unternehmen initiiert und vorangebracht werden. Das „Wie” und die Vereinheitlichung der Veränderungsrichtung aller Anspruchsgruppen ist in einem solchen Umbruch ausschlaggebend. Den entscheidenden Vorsprung erreichen digitale Vorreiter genau dadurch, dass sie auch in die Transformationsfähigkeiten investieren. Aber was genau bedeutet das? Die Transformationsfähigkeit besteht aus einem einheitlichen Zielbild, einem stabilen Governance-System, den technischen Führungsfertigkeiten und einer engen Mitarbeitereinbindung.

Das einheitliche Zielbild digitaler Vorreiter ist ein zentraler Faktor für deren Erfolg und weist folgende Merkmale auf: die digitale Vision sollte auf den Kernkompetenzen aufbauen, Mitarbeiter begeistern, sich mit der Zeit weiterentwickeln, von der obersten Führungsebene im Unternehmen initiiert und mit Hilfe der Mitarbeiter Stück für Stück zum Leben erweckt werden.

In der Ausgestaltung stabiler Governance-Systeme, bezogen auf die digitalen Aktivitäten, sollten sich Unternehmen auf zwei Hauptziele fokussieren: Koordination und Aufteilung. Dabei bezieht sich Koordination auf die Priorisierung, Synchronisation und Abstimmung von Initiativen im Unternehmen. Bei der Aufteilung geht es um die Nutzung verschiedener Fähigkeiten und Ressourcen (inklusive Mitarbeiter, Technologien und Daten) über Unternehmensgrenzen hinweg. Unternehmen müssen Schlüsselmechanismen wie beispielsweise Governance-Gremien, neue Führungsrollen und digitale Geschäftseinheiten in ihre Modelle integrieren.

Technische Führungsfertigkeiten beziehen sich auf die Zusammenarbeit zwischen der IT und Geschäftsbereichen, um eine höhere Transparenz zu erzielen und gemeinsam Projekte zu realisieren. Hierbei geht es beispielsweise um das Aufbauen von strukturierten, digitalen Plattformen oder das Einbinden von sozialen Netzwerken.

Veränderungsmanagement wird durch eine enge Mitarbeitereinbindung getrieben und gestaltet. Mitarbeiter müssen eng in die Lösungsfindung eingebunden werden, damit sie mitentscheiden, mitentwickeln und mitgestalten können. Eine vernetzte Organisation ermöglicht den globalen Dialog und sichert letztendlich den Erfolg eines Transformationsprojektes durch eine erhöhte Akzeptanz bei den Mitarbeitern.

Change Management als entscheidender Erfolgsfaktor für eine erfolgreiche Transformation

Jede Strategie ist nur so gut, wie die Menschen dahinter. Daher verwundert es nicht weiter, dass auch die MIT/Capgemini Consulting Studien belegen, dass es besonders die People Themen sind, die digitale Vorreiter erfolgreich machen: Die „richtige” Führungsmannschaft, digitale Fähigkeiten und Befähigung sowie eine passende Unternehmenskultur. Führungskräfte gelten weiterhin als Dreh und Angelpunkt bei Veränderungsprojekten. Aber was muss eine Führungsmannschaft mitbringen und worin sollen Mitarbeiter gefördert werden, um den digitalen Wandel im Unternehmen voranzutreiben? Führungskräfte initialisieren den Wandel nicht nur, sondern treiben ihn auch im Unternehmen voran. Sie müssen ihren Mitarbeitern Orientierung geben und unermüdlich deren Begeisterung für die Unternehmensveränderung wecken. Dazu gehört auch ein offener und motivierender Umgang in digitalen Netzwerken und Foren. Digital Leaders beweisen Agilität, um sich schnell an Veränderungen anzupassen und begreifen die Digitalisierung als Chance. Zu den digitalen Fähigkeiten, die eine Führungskraft mitbringen sollte, gehören ein Verständnis für Digitalisierung und neue Technologien, Co-Design-Fertigkeiten sowie Kompetenzen im Managen von Komplexität. Auch wenn 87 Prozent der von MIT/Capgemini befragten Unternehmen der Meinung sind, dass die Digital Transformation einen Wettbewerbsvorteil bietet, so haben über 90 Prozent ihre Mitarbeiter noch nicht ausreichend auf digitale Weise befähigt und nur 46 Prozent investieren wirklich in den Ausbau dieser Fähigkeiten. Soziale, mobile und analytische Fähigkeiten sowie Kreativität sind Kernkompetenzen, die eine zentrale Rolle bei der Digitalisierung spielen und daher gefördert werden sollten.

Auch die Unternehmenskultur muss sich weiterentwickeln, sodass eine Digital Transformation erfolgreich stattfinden kann. Kultur verleiht einer Organisation Persönlichkeit, formt interne Prozesse, gestaltet das Unternehmensimage und ist demnach in einer Organisation tief verwurzelt. Die Kultur verändert sich nicht durch eine kleine Gesprächsnotiz des CEOs, sondern entwickelt sich mit der Zeit. Zunehmende Digitalisierung erfordert Flexibilität und Selbstorganisation, Agilität, Innovation, cross-funktionale Integration sowie eine Lern- und Testumgebung als Teil der Unternehmenskultur. Digitale Vorreiter haben eine Vorstellung über die gewünschte Entwicklungen der Denk- und Verhaltensweisen einer Organisation und fördern diese bewusst mit einer Angleichung der unternehmensinternen Prozesse. Eine Kulturbildung braucht einen gesteuerten Changeprozess und eine effektive Mitarbeiterkommunikation, welche Vorteile der Transformation für jeden einzelnen Mitarbeiter verständlich vermittelt.

Um den Erfolg der Digitalisierung langfristig zu sichern bedarf es standardisierter KPIs und iterativer Monitoringprozesse, die eine kontinuierliche Verbesserung des Veränderungsprozesses ermöglichen. Organisationen auf dem Weg zur digitalen Vorreiterschaft müssen also einen Kulturwandel steuern und die einzelnen Hebel Struktur, Verhalten und Strategie verändern.

Obwohl sich bereits vieles verändert hat, stehen wir erst am Anfang. Die digitale Revolution macht vor keiner Industrie halt. Unternehmen, die in dieser Zeit weiterhin auf das „Altbewährte” setzen, werden ihre Position im globalen Wettbewerb nicht halten können. Diejenigen, die die Chance der Digitalisierung nutzen und einen konstruktiven Transformationsprozess einleiten können, gehen aus der Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft gestärkt hervor. Kein unternehmerischer Transformationsprozess kann ohne Mitarbeiter erfolgen. Deshalb müssen sie mit Herz und Verstand die Veränderung im Unternehmen mittragen und die Vision verwirklichen. Mitarbeiter sind somit der zukünftige Erfolgsgarant in einer Organisation. Führung, Befähigung und Unternehmenskultur sind für Mitarbeiter essenziell, um ihre Potenziale zu entfalten. Ein modernes Change Management unterstützt hierbei sowohl die Mitarbeiter im Unternehmen diese Veränderungen zu gestalten, als auch die Organisationen selbst für die kommenden Herausforderungen in der digitalen Welt zu wappnen. Change Management ist somit der Schlüssel zum langfristigen Erfolg einer Digital Transformation.

Über den Autor

Claudia Crummenerl
Claudia Crummenerl
Principal Leadership and Development

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