Digital Transformation Blog

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Digitalisierung in der Versicherungsbranche – sind Versicherer schon angekommen?

Digitalisierung wohin man schaut. Kaum noch ein Thema im Versicherungssektor, das sich nicht mit Digitalisierung befasst.

Versicherungsunternehmen haben die erste Welle des Megatrends Digitalisierung zu spüren bekommen. Erste Initiativen wurden konzipiert und angestoßen. Aber bis alle Kernbereiche vom analogen ins digitale transformiert sind, wird es noch einige Zeit dauern. Es gibt erste Erfolge der Digitalisierung bei Versicherern. Die Zurich startet aktuell mit einem digitalen Unfallmeldedienst, der direkt im Auto über einen Stecker im Zigarettenzünder angebracht wird. Sobald der Stecker über Beschleunigungssenoren eine Kollision des Fahrzeuges wahrnimmt, sendet dieser Informationen an eine App und nimmt Kontakt mit einer Notrufzentrale der Zurich auf. Diese kann sofort je nach Schwere des Unfalls Rettungsmaßnahmen einleiten (http://www.asscompact.de/nachrichten/digitaler-notfallhelfer-zurich-startet-unfallmeldedienst). Dennoch zeigt eine Studie von Absolit, dass deutsche Versicherer die Bedeutung der Digital Transformation noch nicht ernsthaft erkannt haben (http://www.ibusiness.de/aktuell/db/286899SUR.html).

Unbestritten ist, dass die Digital Transformation weiter Fahrt aufnehmen wird und ein entscheidender Wettbewerbsvorteil ist. Dennoch ist die Abneigung gegenüber der Digitalisierung innerhalb der Unternehmen unterschiedlich ausgeprägt. Ein Grund hierfür ist, dass die Definition der Digitalen Transformation unklar, unvollständig und nicht nachvollziehbar ist. Das Management muss sich in der Pflicht sehen eine klare und transparente Definition der Digital Transformation vorzugeben, zu reflektieren und zu leben. Mitarbeiter scheitern nicht selten schon an der Definition und erleben zwangsläufig die erste Abneigung. Zudem haftet oft, fälschlicherweise, das Synonym Stellenabbau, also ein weiteres Kostensenkungsprogramm, am Begriff der digitalen Transformation. Dabei wird das Potential der Digital Transformation, die richtige Anwendung des Werkzeuges Digitalisierung, im Rahmen des Change Managements, des Öfteren zu wenig und nicht präzise genug kommuniziert.

Der Kunde ist schon im digitalen Zeitalter angekommen. Eine aktuell laufende Studie (Yougov Deutschland) zeigt, dass Fin- und Insuretechs immer interessanter für Kunden werden - das Interesse liegt derzeit bei 53% (http://www.versicherungsjournal.de/vertrieb-und-marketing/was-versicherungsnehmer-von-der-digitalisierung-erwarten-125848.php?link=3).

Jedoch der Versicherungsmitarbeiter ist noch nicht im digitalen Zeitalter angekommen. Mitarbeiter haben zwar das Werkzeug der Digitalisierung vor sich, wissen aber nicht dies richtig anzuwenden, weil es im Change Management Prozess zu wenig beachtet wurde. Mitarbeiter werden meistens nicht in die Konzeptphase des Change Managements eingebunden und werden in der Implementierung aus ihrer Komfort-Zone gerissen. Sie müssen mit dem Kunden auf Augenhöhe kommunizieren und lösungsorientiert handeln, nicht nur in der Change Phase, sondern auch danach. Dafür muss der Mitarbeiter von Beginn an, ständig und vollumfänglich geschult werden, um später keinen digitalen Schock zu  erfahren. Dies würde die Abneigung vergrößern. Es ist elementar nicht nur das Werkzeug Digitalisierung zu verstehen, sondern auch richtig einzusetzen und anzuwenden, denn die nächste Digitalisierungswelle kommt bestimmt.

Über den Autor

Ryan Marquez
Ryan Marquez
Ryan Marquez ist Senior Consultant im Bereich Business & Technology Innovation. Seine Expertise im Bereich Digitalisierungsstrategie und dem Aufbau von neuen (Digitalen) Organisationen konnte er in der Vergangenheit vor allem während Projekten im Versicherungssektor zum Einsatz bringen.

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