Digital Transformation Blog

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Data is the new fuel for Industrie 4.0 – Intelligente Nutzung ist der Schlüssel zum Erfolg

Die gezielte Sammlung, Auswertung und Nutzung riesiger Datenmengen wird von der Unternehmenswelt nicht mehr nur operativ umgesetzt, sondern ist aufgrund des großen Business Impacts in vielen Unternehmen bereits strategisch fest verankert oder steht zumindest auf der Agenda der Unternehmensführung weit oben. Um der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein und einen langfristigen Wettbewerbsvorteil zu verwirklichen ist es ratsam, das große Potenzial von Smart Data frühzeitig zu erkennen und anhand der Etablierung von „Data Analysts“ mit enger Verknüpfung in die Fachbereiche, als auch der Implementierung geeigneter Technologien den größtmöglichen Nutzen aus internen und externen Daten zu ziehen.

Wir von Capgemini Consulting haben bereits eine Vielzahl von  Projekten im Bereich Smart Data erfolgreich gemeistert und unterstützen Unternehmen täglich dabei, die Herausforderungen der Flut intelligent vernetzter Daten effektiv und nutzenstiftend zu bewältigen – auch in Verbindung mit unserem Digital Lab in München und den dort bereits etablierten Strukturen, Data Analysts, Datenbanken und Tools. Anhand von zwei konkreten Anwendungsbeispielen möchte ich veranschaulichen, welches Potenzial intelligent vernetzte Daten im Marketing, Vertrieb und im Service bieten.

Smart Data im Marketing und Vertrieb

Der Automobilmarkt ist hart umkämpft. Um sich heute von anderen Herstellern abzugrenzen, spielen nicht nur die Marke und Preis eine große Rolle. Es geht vielmehr darum, die Wünsche der Kunden schon vorab zu kennen und Produkte möglichst individualisiert anzubieten. Einer der weltweit führenden Automobilhersteller im Oberklassesegment wertet dazu Daten mittels ausgeklügelter Analysemethoden aus und interpretiert sie. Extern angereicherte Kundendaten wie Alter, Affinitäten und Preisbereitschaften sowie Fahrzeugwerte des Herstellers werden in Datenlaboren mit Informationen von Importeuren, Händlern und externen Anbietern kombiniert und zielgerichtet ausgewertet. Die Erkenntnisse machen nicht nur regionale Verkaufsvorhersagen, sondern auch das sogenannte Microtargeting möglich. Das bedeutet, der Kunde erhält ein Angebot entsprechend seiner Bedürfnisse und seines Profils, idealerweise koordiniert mit der erwarteten Wiederbeschaffung. Der Hersteller gestaltet somit sein Marketing effizient und kann durch die ständig neue Datenlage sowie eine individualisierte Auswertung schnell auf Veränderungen im Markt reagieren. 

Smart Data im Service

Rohrbrüche oder verstopfte Abwasserleitungen in Städten sind nicht nur unangenehm für unmittelbar Betroffene, sie stellen oft auch eine große finanzielle Herausforderung für städtische Versorgungsbetriebe dar. Der Trinkwasserlieferant einer australischen Metropolregion hat eine Predictive-Maintenance-Lösung für sein Kanalisationssystem aufgebaut, mit der er verlässliche Voraussagen zu Rohrbrüchen und Ausfällen machen kann. Zu diesem Zweck werden mehrere Datenquellen, die bisher nicht in Verbindung gebracht werden konnten, auf einer Smart-Data-Plattform vernetzt und visualisiert: Es handelt sich um neue Sensoren an Anlagen und Leitungen, Wetter- und Niederschlagsvorhersagen sowie geographische Daten - insbesondere Baumstandorte, wegen des Laubabwurfs. Auch anonymisierte Social-Media-Daten werden als Frühindikator für Verstopfungen einbezogen, denn Leute neigen dazu, die Geruchsentwicklung in der Straße via Facebook oder Twitter zu kommentieren. So kann das Unternehmen das komplette Rohrsystem vorausschauend instandhalten und Probleme frühzeitig erkennen, sowie Wartungsmitarbeiter zielgerichtet einsetzen anstatt Lecks aufwendig zu suchen. Störmeldungen wurden um 36 Prozent reduziert, und 93 Prozent der Ausfälle in Form von Notfallreparaturen können jetzt binnen 10 Minuten behoben werden.

Diese spannenden Anwendungsfälle zeigen, wie vielfältig  der Einsatz von Smart Data im Marketing und Vertrieb sowie im Service – branchen- und industrieübergreifend – einen entscheidenden Mehrwert liefern kann. Dank des innovativen Einsatzes von intelligenten Sensoren in Produkten und der Interpretation in Echtzeit produzierter Daten können ein Microtargeting im Marketing und Vertrieb ermöglicht werden, Sparpotenziale verwirklicht werden, und neue Geschäfts- und Zusammenarbeitsmodelle entwickelt werden. Dieses Thema wird sicherlich auch im Rahmen der Hannover Messe Veranstaltung „Zukunftswerkstatt Industrie 4.0“ eines der dominierenden sein. Mein Kollege Uwe Dumslaff hat hierzu begleitend aktuell bereits einen Artikel verfasst und wird am 8.12. in einer Key-Note weiter darauf eingehen. 

Interessieren Sie sich für Ansatzpunkte, wie Ihr Unternehmen zukünftig von intelligent vernetzten Daten profitieren kann? Ich freue mich auf einen Austausch mit Ihnen!

Über den Autor

Jochen Bechtold
Jochen Bechtold
Jochen Bechtold leitet den Industriesektor Manufacturing bei Capgemini Consulting. Er und seine Berater beschäftigen sich in Kundenprojekten als auch in einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) Center for Digital Business seit Jahren mit den Auswirkungen der vierten industriellen Revolution (Industrie 4.0) auf das Geschäft der Maschinen- und Anlagenbauer und Automobilzulieferer.

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