Digital Transformation Blog

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Wer immer nur in Rädern denkt wird niemals einen Hovercraft erfinden

Innovation bedeutet nicht, das Rad täglich neu zu erfinden, sondern die Idee der reibungsarmen Fortbewegung auch einmal komplett neu zu denken. So wie John Isaac Thornycroft, der bereits Ende des 19. Jahrhunderts ein Patent für ein später unter dem Namen Hovercraft bekanntes Gefährt beantragte. Auch wenn sich das radlose System aus verschiedenen Gründen letztlich nicht durchgesetzt hat, ist es doch ein Beispiel für Innovation inklusive der wichtigen Einsicht: „failing is an option“.
 
Aus Sicht von Unternehmen muss die Option des Scheiterns zwar Teil von Innovation sein, die Wahrscheinlichkeit sollte jedoch minimiert werden. Es braucht daher Strukturen und Prozesse, um die Kreativität, den Ideenreichtum und innovatives Denken zu entdecken, zu fördern und letztendlich zum Erfolg zu führen; Mit anderen Worten: Es braucht eine Innovations-Kultur. In besonderem Maße gilt dies im digitalen Zeitalter. In der aktuellen Ausgabe des Digital Transformation Reviews beschäftigen sich zahlreiche Autoren mit der Frage, wie Unternehmen eine nachhaltige und erfolgreiche Innovationsstrategie entwickeln können. Aktuelle Umfragen zeigen, dass die Investitionen in Forschung & Entwicklung im Jahr 2014 auf einem historischen Höchststand waren: 1,6 Billionen US-Dollar weltweit wurden investiert. Allerdings reicht Geldausgeben allein nicht. Rund 85 Prozent der Produktneuentwicklungen waren Flops und neun von zehn befragte Firmen gaben an, dass Ihre Innovationen zu langsam auf den Markt reagieren und den vorgegebenen Budgetrahmen sprengen*
Für viele Firmen liegt die Antwort auf das Dilemma von hohen Investitionen bei vergleichsweise geringem Erfolg in der Einrichtung eines Innovations-Zentrums. Eine gemeinsam mit der Altimeter Group durchgeführte Studie zeigt, dass der Erfolg von Innovationen oft darin begründet ist, am richtigen Ort zur richtigen Zeit und mit den richtigen Talenten zusammenzuarbeiten. In Deutschland haben sich solche „places-to-be“ vor allem in Berlin und München entwickelt.
 
In meiner Erfahrung ist das Zusammenspiel an internen Freiheitsgraden, externer Expertise und den richtigen Technologiepartnern ein zentrales Element von Innovation. Gerade der externe Blick kann in dem ein oder anderen Fall den richtigen Impuls darstellen. Mit der Eröffnung unseres Innovation Labs am Standort München bieten wir gemeinsam mit Start-up-Unternehmen, etablierten Technologiepartnern und der Wissenschaft spannende Fallbeispiele und Denkanstöße, die den Start für angewandte Innovation sein können. Und da wir es nicht bei Ideen bewenden lassen, ermöglichen wir gleich auch erste Prototypen bis hin zur Implementierung. Und all dies unterlegt mit einem betriebswirtschaftlich tragfähigen Geschäftsplan. In diesem realisierungsgetriebenen Ansatz liegt denn auch der Unterschied zum Hoovercraft: Das Tragkissenboot war technisch revolutionär, doch kommerziell ein Flopp.

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Steffen Elsässer
Steffen Elsässer

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