Digital Transformation Blog

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Industrie 4.0 – 1 plus 1 kann >2 werden

Das Thema Industrie 4.0 beschäftigt derzeit Politik, Wirtschaft und Medien. Wenn man sich die aktuelle Debatte in Deutschland genauer unter die Lupe nimmt, hat diese zwei Ausprägungen. Die erste ist die Infrastruktur, denn der Ausbau des Breitbands einerseits ist als Thema ein Dauerbrenner und die absolute Minimalbedingung für eine erfolgreiche Digitalisierung. Ohne Connectivity geht es nicht, sonst bleibt die Revolution nur Theorie. Andererseits wird auch eine weitere Abstraktionsebene in der Infrastruktur gefordert wie z.B. Ausbau der Smart Energy & Metering Technologie.
 
Die zweite wichtige Frage der Debatte lautet: Wo sollen die Standards her kommen? Auch hier warten die Beteiligten wechselseitig aufeinander. Für mich als Beobachter wirkt dies wie ein extrem mühseliger Prozess. Gerade frühzeitig nicht über  Standards nachzudenken bringt eine zusätzliche Komplexität in die Interaktion ein.. „Industrie 4.0“ klingt auf den ersten Blick wie ein deutscher Begriff, doch dahinter steckt ein globales Phänomen, das stark durch die USA geprägt ist. Hier haben sich im Industrial Internet Consortium (IIC) große Unternehmen bereits zusammengeschlossen, um gemeinsame Standards zu erarbeiten.
 
Klar ist, dass sich die Geräte bei M2M-Prozessen verstehen müssen. Auch wenn ich ein iPhone habe, kann es mit einem Samsung-Gerät eine Mobilfunk-Verbindung aufbauen, weil wir entsprechende Standards haben. Bei genauerem Hinsehen passiert auf dem deutschen Markt schon einiges, allerdings nur isoliert: Einige große deutsche Manufacturing Unternehmen sind bereits sehr gut aufgestellt, die schaffen Fakten. Anstatt zu warten, bis im Bereich Industrie 4.0 etwas passiert, besetzen sie das Thema.
Aktuell rückt noch ein dritter Aspekt in den Mittelpunkt: das Vertrauen. Wir brauchen einen sicheren „Datenraum“, um die Industrie digital zu machen, diese „Trust Base“ muss die Politik mitgestalten. Denn für viele Unternehmen ist ihr „intellectual property“, ihre Patente, das eigentliche Kapital, ebenso wie die wertvollen Kundendaten, mit denen man sehr sorgfältig umgehen muss. Diese müssen vor Missbrauch durch Spionage und Hackerangriffe geschützt sein, wenn sich das Unternehmen digital öffnet.
 
Für mich wirkt es in Deutschland so, als würde der eine auf den anderen warten, also die Industrie auf die Politik und vice versa. Dabei liegen alle Fragen offen auf dem Tisch. Das Ringen um Antworten dauert aber zu lange, deswegen muss die Industrie ihre Forderungen an die Politik zuspitzen. Die Antworten müssen nicht perfekt sein, aber ausreiche, eine Vertrauensbasis zu schaffen. Das Ziel ist es, dass die Anbieter und Branchen nicht nebeneinander herlaufen, sondern am Ende Eins plus Eins größer Zwei wird.
Welche Rolle der CIO in dieser digitalen Transformation einnimmt, können Sie in meinem Beitrag zum IT-Trends Blog lesen.

Über den Autor

Uwe Dumslaff
Uwe Dumslaff
Uwe Dumslaff ist Corporate Vice President und Chief Technology Officer für Capgemini Deutschland und Teil des Capgemini CTO Network Teams. Sein Fokus ist die Digitale Transformation.

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