Digital Transformation Blog

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Die wichtigste Maßnahme auf dem Weg zum digitalen Unternehmen

Ein Aufruf zur Befreiung der Daten aus ihren Silos


Liebe CMO’s und Marketing-Verantwortliche,

gerade ist die neue Studie von Pierre-Audoin-Consultants (PAC) zum Stand der „Digitalen Transformation in Deutschland“ erschienen. In dieser Studie wurden neben Ihnen auch Ihre verantwortlichen Kollegen aus der IT befragt. Zwei Drittel aller Unternehmen spüren sehr deutliche bis „disruptive“ Auswirkungen der Digitalisierung. Alle geben an, sich mehr oder minder intensiv mit dem Thema zu beschäftigen. Offensichtlich ist der Druck des Marktes, wenig überraschend, überall angekommen.
Spannend wird es allerdings, wenn man sich die Antworten zur Strategie und zu deren Umsetzung genauer ansieht. Sie stimmen mit Ihren IT-Kollegen überein, dass die digitale Strategie insbesondere durch IT (77%) und CEO (74%) formuliert und umgesetzt werden muss. Auch besteht Einigkeit darin, dass weitere Abteilungen, wie Produktion, Einkauf, F&E oder Finanzen nur in Ausnahmefällen (17%) einzubinden sind, was eine sehr bedenkliche Sichtweise ist, denn Digitalisierung betrifft das gesamte Unternehmen. Völlig anders jedoch sieht die Meinung bezüglich Ihrer eigenen Beteiligung aus. 87% von Ihnen glauben, dass Sie als Marketingverantwortliche auf jeden Fall mit am Tisch sitzen müssen. Von den Kollegen aus der IT halten das aber nur 39% für erforderlich. Leider ist das nicht der einzige Aspekt, bei dem diese Diskrepanz zu Tage tritt.
Die offensichtlichen Vorbehalte gegen eine Zusammenarbeit haben Folgen, wie zum Beispiel bei der Frage nach dem Handlungsbedarf im Bereich „Customer Experience Management“ deutlich wird: 53% von Ihnen, liebe Marketing-Verantwortliche, sehen dort einen. Bei Ihren Kollegen in der IT scheint das aber noch nicht angekommen zu sein, denn nur 30% der Verantwortlichen sehen das ähnlich wie Sie. Auch die Kompetenzen werden unterschiedlich eingeschätzt. Nur 31% von Ihnen trauen Ihrer IT zu, eine digitale Geschäftsstrategie für das Unternehmen zu entwickeln und umzusetzen. Die IT-Verantwortlichen selbst hingegen sehen sich mit 52% weit besser aufgestellt.

Zahlen mit weitreichenden Konsequenzen

Schlechte Zusammenarbeit im Unternehmen war zwar schon immer ein Problem. In der neuen Welt der Digitalisierung jedoch wird sie existenzbedrohend. Denn nun beginnt jede Abteilung nach eigenen Lösungen für die immer größer werdenden Herausforderungen zu suchen. Wie viele von Ihnen haben sich bereits eine oder mehrere mobile Apps von Externen ohne Wissen der IT programmieren lassen? Wie viele nutzen eigene, ganz spezielle CRM-Lösungen, vielleicht sogar bereits in der Cloud? Die Folgen: Schatten-IT und Datensilos. Daten über Ihre Kunden und Produkte liegen hundertfach kopiert im Unternehmen vor, redundant und inkonsistent. Es ist Ihnen unmöglich eine einheitliche und klare Sicht auf Ihr Geschäft, Ihre Kunden, Ihre Produktlebenszyklen zu bekommen.
Das aber ist genau die Stelle, an der digitale Herausforderer wie Google, Apple, Amazon, Facebook, aber zukünftig auch Tesla Motors und andere Sie angreifen.

Leider unterschätzen Sie gemeinsam mit Ihren IT-Kollegen diese Gefahr, denn nur 28% fühlen sich durch neue Wettbewerber aus anderen Branchen herausgefordert, was in deutlichem Widerspruch zu empirischen Daten steht.
 

Plädoyer für Zusammenarbeit

Über viele Jahre haben sich in Ihrem Unternehmen partikulare Datenhoheiten entwickelt, deren Existenz den Fortbestand ganzer Abteilungen sichert. Ihre wichtigste Maßnahme auf dem Weg zum Digitalen Unternehmen wird sein, in einer konzertierten Aktion diese isolierten Datenbestände aufzulösen und eine einheitliche Quelle der Wahrheit zu schaffen. Sie ist Grundvoraussetzung für die Veränderung der Prozesse, der Transformation des Geschäftsmodells und letztlich für das Überleben Ihres Unternehmens. Dies ist aber vor allem eine organisatorische Herausforderung und kann deshalb nur in enger Zusammenarbeit mit anderen Bereichen gelöst werden. Sie als Marketing-Verantwortliche stehen dabei in der Pflicht, diesen fatalen Trend durch Nutzung immer neuer Subsysteme „an der IT vorbei“ nicht noch weiter zu verstärken. Werden Sie treibende Kraft zur Demokratisierung der Daten in Ihrem Unternehmen.
Lesen Sie dazu auch meinen Beitrag für die IT-Verantwortlichen auf dem IT Trends-Blog.

Über den Autor

Detlev Sandel

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