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Nach Prism & Tempora - Wird die aktuelle Spionage-Affäre zum Totengräber der Cloud?

Kategorie: Digital Strategy

Die Enthüllungen von Edward Snowden sorgen weiter für Wirbel. Während es zunächst so aussah, als ob ausschließlich amerikanische Unternehmen vom NSA ausgespäht würden, wurde jetzt bekannt, dass auch der britische Geheimdienst Datenströme in großem Umfang überwacht. Dabei soll es sich unter anderem um E-Mails, Kommunikation über soziale Netzwerke und Telefongespräche von und nach Deutschland handeln.

 

 

 
Die Offenlegung der Spähprogramme Prism und Tempora beunruhigt deutsche Cloud-Anbieter. Obwohl das genaue Ausmaß der Überwachung noch nicht bekannt ist, befürchten sie, dass das Vertrauen in die Cloud dauerhaft beschädigt wird, wie der Präsident des Branchenverbandes Bitkom, Dieter Kempf, im Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung erklärte: „Einige Kunden haben neuerdings ein mulmiges Gefühl, wenn es darum geht, Daten in die Cloud zu verlagern. Und so können wir derzeit nicht sagen, ob sich das zu Jahresbeginn prognostizierte Plus von 50 Prozent in diesem Jahr tatsächlich erreichen lässt.“
 
Matthias Wendl, Experte für Cloudanwendungen bei Capgemini Consulting, versucht die Hysterie ein wenig zu bremsen:
„Eine generelle „Verdammung“  von Cloud Services halte ich für übertrieben. Es sollte jedoch vor diesem Hintergrund mehr denn je genau evaluiert werden, welche Workloads man in eine Cloud auslagert und welchen Delivery-Typ (also private, public oder hybrid) man hierfür jeweils wählt. So ist gegen die Nutzung von CPU-Ressourcen für komplizierte und leistungsintensive Berechnungen nichts auszusetzen, wohingegen das Speichern von Kundendaten in der Public Cloud sicher ein „No-Go“ sein sollte. Die Software-Initiative Deutschland e.V. (SID) rät einheimischen Firmen dazu, so umfassend wie möglich auf Inhouse-Ressourcen oder auf Outsourcing- bzw. SaaS-Anbieter aus Deutschland oder zumindest innerhalb der EU zu setzen. Hierbei ist dann zu beachten wo die Server stehen und die Service Provider ihren Sitz haben. Ist beides z.B. auf Deutschem Boden kann der „Patriot Act“ nicht greifen und einem Zugriff auf die Daten aus den USA ist keine rechtliche Grundlage gegeben.“
 
Was glauben Sie, wie sich die Überwachung der Geheimdienste auf die Nutzung von Cloud Services auswirken wird? Kehren deutsche Unternehmen der Public Cloud den Rücken oder gibt es dazu keinen Grund? Wie viel Wert werden Endverbraucher darauf legen, dass ihre Daten nicht in einer Cloud gespeichert werden? Oder führen die Enthüllungen möglicherweise dazu, dass die Überwachung von Internetdaten endlich länderübergreifend geregelt wird?
 
PS: Falls Sie noch mehr zum Thema wissen möchten, iRights hat letzte Woche eine interessante Sammlung von Artikeln zum Thema zusammengestellt, unter anderem mit einem Kommentar vom Analysten Gartner.

 

 

Über den Autor

Thomas Zeimentz
Thomas Zeimentz
Thomas Zeimentz erarbeitet als Experte für Digital Transformation zusammen mit seinen Kunden Wege, die neuen digitalen Möglichkeiten für Unternehmen erfolgreich umzusetzen. Er arbeitet bei Capgemini Consulting im Bereich Technology Transformation und beschäftigt sich hier vor allem mit den prozessualen und organisatorischen Herausfordungen der digitalen Transformation und ihrer Umsetzung.

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