Digital Transformation Blog

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Privates muss privat bleiben

Kategorie: Digital Operations

E-Mails sind den meisten von uns schon mehr als ein Jahrzehnt lang vertraut. Wenn man eine verschickt, wird sie in der Regel nur vom Empfänger gelesen, es sei denn, man setzt noch weitere Personen auf Kopie. Aber das kann man sich ja vorher überlegen. In sozialen Medien ist das anders − so gut wie jeder kann lesen, was man da von sich gibt. Und es ist schon mehr als einmal passiert, dass Firmengeheimnisse über soziale Plattformen absichtlich oder versehentlich ausgeplaudert wurden.

Diese Situation stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen. Sie müssen nicht mehr nur die Führungskräfte davon unterrichten, was sie nach außen kommunizieren dürfen, sondern prinzipiell jeden Mitarbeiter. Dabei muss klar sein, dass es „privat“ auf den meisten sozialen Plattformen nicht gibt. Selbst wenn nur der jeweilige Freundeskreis die Nachrichten lesen kann, bleibt es ihnen doch unbenommen, sie an ihre Freunde weiterzuleiten. In diesem Fall kann man die Verbreitung der Information kaum noch aufhalten, geschweige denn im Nachhinein löschen.

Aber es müssen nicht immer Firmengeheimnisse sein, die ausgeplaudert werden. Wenn es sich um Kundendaten handelt, kann der Schaden sogar noch größer sein, denn in einigen Branchen müssen Unternehmen all ihre Kunden informieren, sobald die Vertraulichkeit von  Daten nicht mehr sichergestellt werden kann. Bereits die Veröffentlichung so eines Vorfalls führt in der Regel zum Imageverlust. Kompromittiert werden können Unternehmensdaten natürlich auch, wenn private Endgeräte gestohlen werden oder verloren gehen, die auch für die Arbeit genutzt werden. Kann die IT-Abteilung die Firmendaten nicht umgehend löschen, droht Ungemach.

Weil diese Risiken und Herausforderungen noch relativ neu sind, kann ihnen nicht mit alten Governance-Strukturen begegnet werden. „Privat“ beziehungsweise „vertraulich“ muss neu definiert und das Bewusstsein dafür geschärft werden. Jemandem ein Foto zu zeigen ist schließlich etwas ganz anderes, als es auf Facebook zu posten, wo es theoretisch sogar heruntergeladen, verändert und erneut gepostet werden könnte.

Dennoch gibt es immer wieder unzählige Beispiele dafür, wie vertrauliche Informationen oder persönliche Meinungen über Arbeitgeber an die Öffentlichkeit gelangt sind, nur weil sich der Autor nicht darüber im Klaren war, dass jeder seine Worte lesen kann.

Über den Autor

Thomas Zeimentz
Thomas Zeimentz
Thomas Zeimentz erarbeitet als Experte für Digital Transformation zusammen mit seinen Kunden Wege, die neuen digitalen Möglichkeiten für Unternehmen erfolgreich umzusetzen. Er arbeitet bei Capgemini Consulting im Bereich Technology Transformation und beschäftigt sich hier vor allem mit den prozessualen und organisatorischen Herausfordungen der digitalen Transformation und ihrer Umsetzung.

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