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Connected Car – Deutsche müssen noch begeistert werden

Konnektivität ist derzeit einer der großen Trends in der Automobilindustrie: Fahrzeuge kommunizieren über das Internet und liefern dem Fahrer aktuelle Informationen. Die Nachfrage nach solchen Services, beispielsweise für die Erhöhung der Sicherheit, mehr Fahrkomfort, die Fehlerdiagnose oder Unterhaltung ist in aufstrebenden Ländern laut der Cars Online-Studie mit 64 Prozent der Befragten deutlich höher als in Industrienationen (38 Prozent). Deutsche Autofahrer haben derzeit nur geringes Interesse, was allerdings vor allem daran liegt, dass fast die Hälfte der Befragten noch nie etwas vom „vernetzten Auto“ gehört hat. Verschläft die Automobilbranche hierzulande einen wichtigen Trend?

Womit man bei deutschen Autofahrern punkten kann

Indische und chinesische Autofahrer sind besser über Konnektivitätsservices informiert als Deutsche, Briten und Amerikaner. Das geringere Interesse der Menschen in Industrienationen wird darauf zurückgeführt, dass die Technikaffinität nicht mehr so hoch ist, da viele Bedürfnisse bereits abgedeckt sind. Darüber hinaus bieten Smartphones eine ganze Reihe von Funktionen, die sich mit Connected Car Services überschneiden. Dazu gehören zum Beispiel Infotainment-Anwendungen, die möglicherweise als unnötig oder redundant empfunden werden. Dementsprechend niedrig ist das Interesse der deutschen Autofahrer in diesem Bereich, während Sicherheitsassistenten wie zum Beispiel Notfall- und Pannenhilfe, automatische Ortung des Fahrzuges bei einem Unfall oder Informationen zu Geschwindigkeitsbegrenzungen wichtiger sind.  

Im Gegensatz zu Connected Car Services erfreuen sich herstellerspezifische Smartphone-Apps großer Beliebtheit. Deutsche Kunden favorisieren Apps für Pannenhilfe (71 Prozent), Lokalisierung eines gestohlenen Fahrzeuges (70 Prozent), Fernsteuerung (64 Prozent), Service-Erinnerungen (63 Prozent) und Nachrichten vom Hersteller (64 Prozent). Für diejenigen, die das vernetzte Auto bereits kennen und beabsichtigen, ihr nächstes Fahrzeug mit Konnektivitätsservices auszustatten, sind Smartphone-Apps sogar ein wichtiges Kaufkriterium.

Apps als Schlüssel zum Markt für Connected Car Services

Anstatt Kunden über das vernetzte Fahrzeug aufzuklären, wird es in Deutschland einfacher sein, Apps als Einstieg in diesen Markt zu nutzen und die fahrzeuggebundenen Leistungen als zusätzlichen Mehrwert zu vermarkten. Das könnte sich lohnen, denn immerhin 20 Prozent der Deutschen wollen ihr nächstes Auto mit Konnektivitätsservices ausstatten. Dabei ist sogar fast die Hälfte bereit, Informationen mit Herstellern und Händlern auszutauschen, wie beispielsweise den Kilometerstand, Energie-, Öl- und Bremsflüssigkeitsverbrauch. Diese Daten eröffnen OEMs nie dagewesene Möglichkeiten für die Forschung und Entwicklung und Händlern die Gelegenheit, maßgeschneiderte Services zu bieten. Aber Vorsicht: Deutsche Verbraucher sind sehr sicherheitsbewusst und geben ihre Daten nur frei, wenn es für sie einen Mehrwert bietet oder wenn sie anonymisiert werden. Deshalb sollte Datenschutz bei Connected Car Services oberste Priorität haben.

Die Studie Cars Online 2013 diskutiert noch andere interessante Aspekte wie zum Beispiel den Einfluss sozialer Medien auf die Kaufentscheidung, das Interesse an Carsharing-Modellen und die Bedeutung von personalisierten Services. Das PDF mit den Ergebnissen können Sie hier herunterladen:
http://www.de.capgemini-consulting.com/cars-online-2013

Über den Autor

Björn Harms
Björn Harms
Ich bin Dr. Björn Harms, Ihr Experte für strategische und operative Herausforderungen im Vertrieb. Ich berate Unternehmen aus der Automobilindustrie und dem Manufacturing zu strategischen Themen wie beispielsweise Aftersales-Programmen und der Vertriebsstrategie. Darüber hinaus unterstütze ich sie bei der operativen Optimierung durch Effizienzsteigerungsprogramme, Re-Engineering und Transformation Management.

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